Kapitell kehrt auf den Stefansplatz zurück

SHW spendet Replik des Kunstschatzes

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Hoch über den Köpfen der Passanten auf einer Eisensäule thront es wieder, das farbenfrohe Kapitell, das an eine große Eisenkunstgusstradition der SHW in Wasseralfingen erinnert.

Viele Wasseralfinger hatten das dekorative Element auf dem weitläufigen Platz neben der Stefanskirche vermisst, nachdem das Regierungspräsidium das Kapitell sicher geschützt im Museum aufbewahrt wissen wollte und die Entfernung aus dem öffentlichen Raum verfügt hatte.

Ein Festtag sei es für Wasseralfingen, betonte Ortsvorsteher Karl Bahle, als er mit dem Geschäftsführer von SHW Casting Technologies, Ulrich Severing die Replik des Kapitells enthüllte. Er dankte dem Künstler Alfred Neukamm für seine Idee, das fehlende Original durch eine Kopie zu ersetzen und der SHW-Geschäftsleitung für die Finanzierung des Projekts.

Was nun wieder so farbig und leicht die Säule krönt, war schwierige Arbeit, betonte Ulrich Severing. Ein halbes Jahr habe es gedauert, bis die komplizierte Form von einem Formenbauer aus Kaiserslautern reproduziert, in Wasseralfingen gegossen und anschließend von dem Aalener Künstler Simon Maier originalgetreu bemalt werden konnte.

SHW Casting Technologies habe sich gerne zu der Aktion bereit erklärt. Sie sei ein Bekenntnis zur historischen Tradition der Firma und zum Standort Wasseralfingen.
© Stadt Aalen, 15.07.2008
In originalgetreuen Farben steht das Kapitell wieder auf dem Stefansplatz in Wasseralfingen. Ein Glasdach schützt das Kunstwerk.

Zur Geschichte

Das Kapitell, das jetzt auf dem Stefansplatz in Wasseralfingen aufgestellt ist, ist eine Kopie eines Unikats, das als Muster im Modellhaus von SHW seit Mitte des 19 Jahrhunderts aufbewahrt wurde. König Wilhelm I. hatte den Auftrag an SHW erteilt, um mit Kapitellen den zweigeschossigen Festsaal der Wilhelma auszuschmücken. 1847 -51 errichtete Architekt Karl Ludwig von Zanth das im orientalisch-maurischen Stil gestaltete Gebäude. Die von SHW gegossenen Kapitelle waren zugleich Blickfang am Ende der Säulen und Verbindung zur Decke. Der Saal wurde bei Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg zerstört. Das Muster nebst der nun erstellten Kopie in Wasseralfingen sind die letzten Zeugnisse dieses großartigen Gebäudes.

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